Die UBG ist gerade auch nach der Vorstellung der Gemeinde des Planungsstandes im Frenkings Hof in Appelhülsen weiterhin der Auffassung, dass das Projekt der Agravis in Nottulns Rat nicht befürwortet werden soll.
„Wir verstehen, weshalb die Agravis die unternehmerische Notwendigkeit sieht neue Flächen zu finden, jedoch sind wir als Ratsmitglieder im Nottulner Gemeinderat der Gemeinde Nottuln und seinen Bürgern in allen Ortsteilen verpflichtet, nicht jedoch Münsteraner Firmen.“, so Jan Van de Vyle in einer per Videokonferenz gehaltenen Fraktionssitzung. „Die entscheidende Frage lautet also, ob der Umzug der Agravis von Münster nach Nottuln unserer Heimatgemeinde Vorteile bringt oder nicht.“, erläuterte Waldemar Bogus in gleicher Sitzung.
Im Frenkings Hof wurden die Anwesenden Vertreter der UBG von den Vertretern der Agravis nicht davon überzeugt, dass der Gemeinde aus dem Projekt Vorteile für Nottuln erwachsen. „Ich will diese Halle nicht in Nottuln“, stellte Brigitte Kleinschmidt klar, „da die verkehrliche Mehrbelastung in Appelhülsen eine Entwicklung des Ortsteils erschweren wird.“.
Zusätzlich stellt die UBG fest, dass die Lagerung von Gefahrstoffen in Bachnähe und das Greenwashing bzgl. der angeblichen CO2 Neutralität ebenso nicht für das Projekt sprechen.
Normalerweise ist die UBG für Ansiedlungen von neuem Gewerbe, da in der Regel neue Arbeitsplätze entstehen und weitere Vorteile wie Gewerbe- und Lohnsteuer und die Anteile daran für die Gemeinde die Nachteile wie z.B. Flächenversiegelung überwiegen. Das ist hier aber überhaupt nicht erkennbar. Gesichert erscheint lediglich, dass die langfristig zu erwartenden Mehreinnahmen der Gemeinde in einem sehr schlechten Verhältnis zur Fläche stehen, die die Gemeinde nur einmal vergeben kann. Die Gemeindefläche ist eine rare Ressource. Bei einer Ansiedlung verschiedener Unternehmen auf einer Fläche der geplanten Agravis-Größenordnung würden die Steuereinnahmen erheblich höher ausfallen. Da die Flächen endlich sind, „reserviert“ sich ein Einzelunternehmen dauerhaft potenzielle Flächen für etliche Betriebe. Da hilft es auch nicht, dass mit sehr viel Aufwand der Regionalplan für dieses Projekt geändert werden soll. Auch die Idee, nun eine weitere kleine Gewerbefläche an das Vorhaben anschließen zu lassen, kann dieses Manko mangels Masse nicht aufheben.
Eine weitere Idee ist eine Einmalzahlung wie z.B. eine Zahlung von Agravis für das Projekt der Renaturierung der Stever in Appelhülsen. Da das Land solche Renaturierungen mit bis zu 90% finanziert, beliefe sich die evtl. Einmalzahlung auf ca. 200 Teuro. Auch das kann den Verlust, den die Gemeinde mit der Vergabe der sehr großen Fläche an Agravis erleidet, in keiner Weise ausgleichen. Es müssten jährlich mehrere Millionen Euro sein!
Die UBG weist darauf hin, dass es durchaus Konversionsflächen gibt, die ebenfalls nahe Münster liegen und bereits erschlossen sind. Zum Beispiel die Stadt Coesfeld bietet eine solche Fläche an inklusive Autobahnanbindung. Solche Konversionsflächen wären sicher viel eher ökologisch vertretbar, da sie bereits versiegelt sind.
Befremdlich empfanden die UBG Vertreter die Aussage eines Agravis Vertreters im Frenkings Hof, Agravis habe das Gelände bereits gekauft, da „Agravis an das Projekt glaubt“, während ein anderer Agravis Vertreter bei zwei Gelegenheiten das Gegenteil mitteilte. Vertrauensbildend ist das nicht. Es ist irreführend.
Haushaltsrede der UBG 2026 mit den Themen
Auf der Homepage der Gemeinde heißt es unter der Überschrift „Alles in trockenen Tüchern“:
„Jetzt ist alles in trockenen Tüchern: Die Gesellschaft zur Bürgerbeteiligung an Erneuerbaren Energien – kurz Nottuln.Wind GmbH ist gegründet.“.
Dort heißt es auch: „Es war die UBG-Fraktion, die diesen Beschluss nicht mittragen konnte.“. Das ist korrekt, hier erfahren Sie, weshalb.
hier mehr »Pressemitteilung der UBG Nottuln vom 23.01.2026 zum Thema Energiewende und Windkraft, inklusive Hinweis zu der Version der PM, die die WN ohne Rücksprache veröffentlichte.
hier mehr »Am 16.12.2025 besuchte die Nottulnerin Bettina Janning unsere Ratssitzung in Appelhülsen.
Sie schrieb diesen lesenswerten Bericht:
Es fällt auf: Viele Ratsmitglieder stimmen fast immer zu – egal, worum es geht. Es wirkt, als würden viele die Beschlussvorlagen gar nicht gründlich lesen.
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