Zur Diskussion über die beantragten Windkraftanlagen im Gemeindegebiet Nottuln gehört auch, sich mit beiden Lagern auseinanderzusetzen und nicht nur die eigenen Argumente gebetsmühlenartig zu wiederholen.
Wir brauchen Windkraft. Wir sollten sie da erzeugen, wo es physikalisch sinnvoll ist und sie sollte selbstverständlich dem Gemeinwohl dienen.
Die geplanten Anlagen sind jedoch inzwischen zum Spaltkeil in unserer Gemeinde geworden. Zur Erinnerung: Eine ähnliche Situation hatten wir schon vor vielen Jahren im Zusammenhang mit dem Bau der Nordumgehung. Das Beharren einer kleinen Mehrheit im Rat auf der ökologisch und ökonomisch unsinnigeren Lösung im Vergleich zu einer Trasse im Süden haben viele Bürgerinnen und Bürger nicht vergessen.
Nun stehen wir wieder vor einer Situation, die alle Menschen in der Gemeinde betrifft. Nicht, weil der Bau einer Windkraftanlage im eigenen Vorgarten droht, sondern weil mindestens acht (inzwischen laut Homepage der Stadtwerke Münster sieben) der geplanten Anlagen extrem hoch und extrem nah am Ortsrand errichtet werden sollen. Das berührt keine "betuchte Minderheit", es berührt uns alle – und besonders dann, wenn wir in Nottuln zu wenig davon haben.
Nottuln leistet bereits entscheidende Beiträge zur Energiewende. Kreisweit sind die Beiträge übererfüllt. Das Erscheinungsbild der Gemeinde wird durch die quantitative und proportionale Unverhältnismäßigkeit auf Jahrzehnte beeinträchtigt. Nun regt sich der Widerstand besonders gegen die ortsfremden Investoren, die auf unsere Kosten (Flächen/Infrastruktur) sowie auf Kosten der Allgemeinheit (Fördergelder/Einspeisevergütungen) extrem hohe Margen erzielen, von denen unsere Gemeinde nur minimal profitieren wird. Es ist offensichtlich, dass diese Anlagen in erster Linie zur Gewinnmaximierung errichtet werden sollen. Mit der Energiewende hat das herzlich wenig zu tun.
Möglich gemacht wurde die Beantragung der Anlagen durch eine Kombination aus der, so können wir es heute benennen, Fehlentscheidung im Rat, die Entscheidungshoheit mithilfe des Flächennutzungsplans leichtfertig aus der Hand der Gemeinde zu geben sowie der (inzwischen zurückgezogenen) Lockerung der strengen Auflagen durch die Landesregierung.
Unser Fazit: Die Verhältnismäßigkeit muss stimmen. Das tut sie aber nicht. Aus diesem Grunde schließen wir uns dem Vorwurf an die Stadtwerke Münster an: Zu nah, zu viel, zu hoch!
Im schönen Nottuln ist die UBG aktuell noch die einzige Fraktion, die es so sieht, aber im ebenso schönen Nachbarort Billerbeck hat die SPD ähnlich kritische Gedanken:
Die Rats- und Ausschussmitglieder der UBG und deren Anträge
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Pressemitteilung der UBG Nottuln vom 23.01.2026 zum Thema Energiewende und Windkraft, inklusive Hinweis zu der Version der PM, die die WN ohne Rücksprache veröffentlichte.
hier mehr »Am 16.12.2025 besuchte die Nottulnerin Bettina Janning unsere Ratssitzung in Appelhülsen.
Sie schrieb diesen lesenswerten Bericht:
Es fällt auf: Viele Ratsmitglieder stimmen fast immer zu – egal, worum es geht. Es wirkt, als würden viele die Beschlussvorlagen gar nicht gründlich lesen.
hier mehr »Um den Tourismus zu fördern, hat der Ausschuss Planen und Bauen am 18.11. empfehlend beschlossen, dem Schiefen Turm von Pisa Konkurrenz zu machen.
Sondergebiet Wind
Geschichten aus dem Rat Teil III
hier mehr »Neben den vielen Formalien zum Beginn der neuen Wahlperiode gab es auch schwierige Themen: